Highland-Herold-Umfrage 2025 – Ergebnisse Teil 1
Unsere Online-Umfrage lief vom 10. September bis zum 31. Dezember 2025. Insgesamt verzeichnete sie 865 Besuche, 328 Teilnehmerinnen und Teilnehmer füllten den Fragebogen vollständig aus. Sie gaben an, wie und wo sie Whisky trinken, welche Stile und Herkünfte gefragt sind und welche Rolle Preis, Beratung und Wissen dabei spielen.
Die Daten wurden unter Leserinnen und Lesern eines Whiskymagazins erhoben. Sie haben Aussagekraft über eine der Gruppen, die den deutschen Whiskymarkt prägen: regelmäßig konsumierende, informierte Genießerinnen und Genießer. Die Ergebnisse fasst Dennis Jäger in einer dreiteiligen Artikelserie zusammen.
Teil 1: Häufigkeit, Anlassbezug, Kategorie und Herkunft
Teil 2: Lieblingswhiskys, Trinkkultur, Kaufverhalten
Teil 3: Themenschwerpunkte, Informationsquellen, Resümee
Teil 1: Häufigkeit, Anlassbezug, Kategorie und Herkunft
Whisky ist Alltagsbestandteil, nicht nur Anlassgetränk
Der Konsum ist regelmäßig: 25,8 Prozent der Befragten trinken mehrmals pro Woche Whisky, weitere 21,4 Prozent einmal wöchentlich. Mit 30,2 Prozent stellt die Gruppe der monatlich-mehrfachen Konsumentinnen und Konsumenten den größten Anteil. 12,9 Prozent greifen einmal pro Monat zum Glas, 9,4 Prozent seltener.
Damit zeigt sich: Für die überwiegende Mehrheit der Befragten ist Whisky kein seltenes Genussmittel, sondern fester Bestandteil des Lebensstils. Mehr als 77 Prozent konsumieren ihn mindestens mehrmals im Monat. Diese Frequenz spricht für eine etablierte Trinkkultur, in der Whisky nicht primär als Statusprodukt, sondern als regelmäßig konsumiertes Genussmittel verstanden wird.
Der soziale Kontext überwiegt
Bei den Trinkanlässen zeigt sich ein klares Bild: 72,3 Prozent geben an, Whisky vor allem in geselliger Runde zu trinken. Mit 62,6 Prozent ist die Entspannung der zweitwichtigste Kontext. An dritter Stelle folgen geleitete Tastings und Destillerieführungen (45,6 Prozent), gefolgt von Whiskymessen (36,8 Prozent) und Feierlichkeiten wie Hochzeiten oder Geburtstagen (31,4 Prozent).
Bemerkenswert ist die hohe Bedeutung organisierter Erlebnisformate. Fast die Hälfte der Befragten besucht regelmäßig Tastings, mehr als ein Drittel ist auf Messen aktiv. Whisky wird damit nicht nur als Getränk wahrgenommen, sondern auch als Anlass für Veranstaltungen, Reisen und gemeinsame Erlebnisse. Demgegenüber spielt der Konsum im Restaurant nur eine untergeordnete Rolle: Lediglich 6,9 Prozent trinken Whisky regelmäßig zum Essen. Das deutet auf eine in der deutschen Gastronomie bislang unterentwickelte Whiskykultur hin.
Single Malt dominiert deutlich
Die Sortenpräferenzen sind klar verteilt: 89,4 Prozent der Befragten trinken Single Malt – mit weitem Abstand die beliebteste Kategorie. Es folgen Blended Malt (43,0 Prozent) und Bourbon (33,6 Prozent). Klassischer Blended Whisky liegt mit 31,8 Prozent knapp dahinter. Die irischen Pot-Still-Stile sind mit 21,5 Prozent (Pot Still) und 19,3 Prozent (Triple Pot Still) ebenfalls relevant, aber deutlich nachgeordnet. Roggenwhisky kommt auf 21,2 Prozent, während Mais- und Weizenwhisky mit 7,5 beziehungsweise 6,2 Prozent Nischenkategorien bleiben.
Auffällig ist die starke Präsenz von Bourbon. Während er in der öffentlichen Wahrnehmung oft hinter Scotch zurücksteht, gehört er für ein Drittel der Befragten zum festen Repertoire – und übertrifft damit die klassischen Blends.
Schottland führt – Deutschland an dritter Stelle
Bei den bevorzugten Herkunftsländern ist Schottland mit 80,4 Prozent erwartungsgemäß Spitzenreiter. Auf den vorderen Plätzen folgen Irland (44,8 Prozent), Deutschland (32,8 Prozent), USA (24,3 Prozent ), Japan (18,3 Prozent ) und England (16,7 Prozent).
Bemerkenswert ist die Position deutscher Whiskys noch vor Japan und den USA. Die deutsche Whiskyproduktion, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten von einer Handvoll Brennereien auf mehrere Hundert Betriebe gewachsen ist, hat damit offenbar nicht nur quantitativ zugelegt, sondern auch in der Wahrnehmung der Konsumentinnen und Konsumenten an Bedeutung gewonnen.
England erreicht trotz seiner vergleichsweise jungen Whiskyszene bereits einen beachtlichen Wert. Auch kleinere Whiskyländer wie Taiwan (7,3 Prozent), Schweden (6,3 Prozent) und Indien (6,3 Prozent) sind sichtbar – ein Hinweis darauf, dass die Befragten internationaler unterwegs sind, als es die Marktdominanz Schottlands vermuten lässt.
England erreicht trotz seiner vergleichsweise jungen Whiskyszene bereits einen beachtlichen Wert. Auch kleinere Whiskyländer wie Taiwan (7,3 Prozent), Schweden (6,3 Prozent) und Indien (6,3 Prozent) sind sichtbar – ein Hinweis darauf, dass die Befragten internationaler unterwegs sind, als es die Marktdominanz Schottlands vermuten lässt.
Über den Autor

Dennis Jäger ist seit 2002 Journalist, mit Stationen bei Radio und Tageszeitung, und heute Chefredakteur einer Fachzeitschrift für Bäder und Heizungen. Als geprüfter Destillat-Sommelier (nach Doemens) lebt er zudem seine Leidenschaft für Whisky und andere Spirituosen aus.

